CITESwoodID: Beschreibungen, Illustrationen, Identifikation, und Abruf von Informationen

DELTA Home

H. G. Richter, K. Gembruch, G. Koch

Merkmalsliste und Erkärungen

Nomenklatur etc.

#1. Familie:/

— Gemäß internationalen Gepflogenheiten enthält die Datenbank die gesamte taxonomische Information für die einzelnen Taxa, d.h. botanische Familie, Gattung, und, wenn anwendbar, auch Art und Autor. Die Angaben zur taxonomischen Nomenklatur richten sich nach kürzlich erschienenen Ausgaben von Textbüchern, z.B. "The Plantbook" (Mabberley 2008) sowie nach Internet Seiten wie z.B. der USDA Germplasm Resources Information Network (http://www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/html/taxgenform.pl).

#2. Weitere handelsrelevante Arten:/

— Erstreckt sich der CITES-Schutz auf mehrere oder alle handelsrelevanten Arten einer botanischen Gattung (z.B. Guaiacum spp. = Pockholz, Gonystylus spp. = Ramin), oder lokale Gruppen von Gattungen (z.B. "Palissandre de Madagascar" (Dalbergia spp.) oder "Ébène de Madagascar" (Diospyros spp.) werden unter diesem Merkmal zusätzlich die botanischen Namen handelsrelevanter Arten angegeben. Gleiches gilt auch für die echten Mahagoni-Hölzer, die aus praktischen Gründen in dieser Datenbank als Swietenia spp. zusammengefasst werden.

#3. Synonym(e):/

— Synomyme sind ältere, nicht mehr gültige botanische Namen von Bäumen. Da die entsprechende Fachliteratur jedoch mit der Dynamik der Namensänderungen durch die Botaniker i.d.R. nicht Schritt halten kann, findet man nicht selten in Lehrbüchern, Namenslisten oder technischen Merkblättern für bestimmte Handelhölzer botanische Namen, die nicht mehr gültig sind. In dieser Datenbank werden unter den entsprechenden Merkmalen (siehe oben) die jeweils gültigen botanischen Bezeichnungen (Familie, Gattung, Art) aufgeführt. Zusätzlich finden sich unter diesem Merkmal die Namen von noch häufig verwendeten Synomymen, die das Auffinden weiterer Informationen zu dem jeweiligen Handelsholz erleichtern soll.

#4. Weitere Handelsnamen: <Handelsnamen, Lokalnamen, Kommentare>/

— Mit diesem Merkmal kann sich der Nutzer über wichtige Handelsnamen und Lokalnamen einer Holzart informieren.

#5. Kurzzeichen nach DIN EN 13556:/

— Die hier aufgeführten (4) Großbuchstaben entsprechen der Abkürzung für die Holzart nach der Europäischen Norm DIN EN 13556. Für Hölzer, die in dieser Norm nicht aufgeführt sind, ist das Merkmal vorläufig als "keines" kodiert bis entsprechende Akronyme durch den verantwortlichen Normenausschuss vergeben sind.

#6. Interner <Datenbank> Code:/

— Die hier aufgeführten (3) Großbuchstaben (Akronyme) entsprechen der Abkürzung für die Bilddateien zu der jeweiligen Holzart bzw. Holzartengruppe, wie sie für interne Zwecke in der Datenbank verwendet wird, d.h. für den direkten optischen Vergleich zweier Hölzer. Die Dateien codes.docx und codes.htm enthalten eine komplette Liste der in der Datenbank verwendeten Akronyme.

#7. <Schutzstatus unter CITES(EU) Vorschriften: ob in Anhang I(A), II(B), oder III(C) aufgeführt>/

1. geschützt unter <CITES> Anhang I(A)/

2. geschützt unter <CITES> Anhang II(B)/

3. geschützt unter <CITES> Anhang III(C)/

4. nicht geschützt/

— Mit diesem Merkmal kann sich der Nutzer schnell darüber informieren, ob eine Holzart bestimmten Schutzbedingungen gemäß dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) unterliegt. CITES sieht drei Ebenen des Schutzes vor:

ANNEX I enthält von der Ausrottung bedrohte Arten, mit denen ein Handel strikt untersagt ist, z.B. Rio Palisander (Dalbergia nigra, Fabaceae-Faboideae).

ANNEX II enthält Arten, deren Erhaltungssituation noch eine vorsichtige wirtschaftliche Nutzung unter strikter Kontrolle der Ursprungs- und Importländer zulässt, z.B. Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae) oder Echtes Mahagoni (Swietenia spp., Meliaceae).

ANNEX III enthält solche Arten, die von einzelnen Ursprungsländern mit Handelsbeschränkungen (vergleichbar mit denen unter ANNEX II) belegt werden, z.B. Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae) in Brasilien, Bolivien, Guatemala, Peru und Kolumbien.

Das vierte Untermerkmal ("nicht geschützt") wurde eingefügt, damit auch die nicht unter CITES geschützten Arten zugeordnet werden können. Die in Klammern gesetzten Großbuchstaben stehen für die entsprechenden Schutzkategorien der Euroäischen Gemeinschft (EU).

#8. Ähnliche Hölzer: <Risiko einer Verwechslung>/

— Enthält eine Auflistung von Arten, deren Hölzer dem entsprechenden CITES Handelsholz praktisch gleich bzw. sehr ähnlich sind und deshalb makroskopisch nur schwer unterschieden werden können.

Geographische Verbreitung

#9. <Geographische Verbreitung:>/

1. Europa ohne Mittelmeergebiet/

2. Mittelmeergebiet einschließlich Nordafrika und Mittlerer Osten/

3. temperiertes Asien <China, Japan, ehemalige UdSSR>/

4. Indien, Pakistan, Sri Lanka/

5. Burma/

6. Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha <Indochina>/

7. Indomalesia <Indonesien, Philippinen, Malaysia, Brunei, Papua Neuguinea und Salomonen>/

8. Pazifische Inseln <einschließlich Neukaledonien, Samoa, Hawaii und Fidschi>/

9. Australien/

10. Neuseeland/

11. tropisches Afrika/

12. Madagaskar und andere Inseln <Mauritius, Reunion und Komoren>/

13. südliches Afrika <südlich des südlichen Wendekreises>/

14. Nordamerika <nördlich von Mexiko>/

15. Mexiko und Mittelamerika/

16. Karibik/

17. tropisches Südamerika/

18. Südbrasilien/

19. temperiertes Südamerika <einschließlich Argentinien, Chile, Uruguay und Südparaguay>/

— Für die hier verwendete floristische Unterteilung der Welt wurde eine Mischung aus politischen und biogeographischen Kriterien herangezogen. Sie stützt sich auf die geographischen Regionen von BRAZIER & FRANKLIN (1961), wobei jedoch einige Regionen zusätzlich unterteilt wurden.

#10. <Geographische Verbreitung, einzelne Länder oder Regionen>/

— Einige der in der Datenbank aufgeführten Hölzer haben ein nur begrenztes Verbreitungsgebiet, eine Information, die bei der Bestimmung mitunter sehr nützlich sein kann. Solchen Details kann die vorhergehende grobe Einteilung (z.B. "tropisches Südamerika") nicht gerecht werden. Deshalb werden hier noch zusätzliche Angaben zu Ländern bzw. Regionen gemacht, wo die fragliche Gattung bzw. Art natürlich vorkommt, z.B. Rio Palisander (Dalbergia nigra) ausschließlich in Nordost- und Central-Brasilien.

Zuwachszonen, Farbe, Faserverlauf, etc.

#11. Zuwachszonengrenzen <Erkennbarkeit>/

1. deutlich erkennbar/

2. undeutlich bzw. nicht erkennbar/

— Um Zuwachszonen und deren Grenzen erkennen zu können, müssen Querschnitte ausgewertet werden.

Als Zuwachszone bezeichnet man den Holzzuwachs während der Vegetationsperiode. Die Zuwachszonengrenze bildet den Abschluss eines Zuwachsringes. Die Hölzer der gemäßigten und kälteren Gebiete wachsen im Jahresrhythmus und bilden somit Jahresringe. Die Zuwachsrhythmik von Tropenhölzern ist durch den Wechsel von Feucht- und Trockenzeiten bestimmt, der nur einmal im Jahr (Jahresrhythmus) oder mehrere Male auftreten kann. Je nach Anzahl der Regenzeiten können auch mehrere Zuwachszonen innerhalb eines Jahres beobachtet werden. Die Zuwachszonen der tropischen Holzarten entsprechen also nicht notwendigerweise den Jahresringen.

Zuwachszonengrenzen sind deutlich, wenn beim Übergang vom Spätholz der letzten Zuwachszone zum Frühholz der neuen Zuwachszone abrupte strukturelle Änderungen zu beobachten sind, die in der Regel von entsprechenden Farbunterschieden begleitet sind.

Beispiele für abrupte strukturelle Veränderungen:

a. Das Spätholz erscheint durch die dickwandigen Spätholztracheiden bzw. -fasern dunkel. Das Frühholz dagegen erscheint hell, da die Tracheiden bzw. Fasern des Frühholzes dünnwandig sind, z.B. bei den Nadelhölzern aus gemäßigten Klimazonen.

b. Bei den halbringporigen und ringporigen Laubhölzern unterscheiden sich die Gefäß(=Poren)durchmesser des Spätholzes und Frühholzes von aufeinanderfolgenden Zuwachszonen deutlich, z.B. bei Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae) und Teak (Tectona grandis, Verbenaceae).

c. In regelmäßigen Abständen ist ein die Zuwachszonen begrenzendes (marginales) Parenchym(=Speichergewebe)band vorhanden, z.B. Echtes Mahagoni (Swietenia macrophylla, Meliaceae).

d. Durch eine abnehmende Anzahl von Parenchymbändern entstehen ausgeprägte dunkle Faserzonen, wie z.B. bei Kasah/Koto (Pterygota spp., Sterculiaceae).

Zuwachszonengrenzen sind undeutlich, wenn strukturelle Änderungen an den Zuwachszonengrenzen schwach ausgebildet bzw. nicht erkennbar sind, wie z.B. bei Khaya (Khaya spp., Meliaceae) und Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae).

KOMMENTAR

Hölzer können, bedingt durch extreme Klimaschwankungen oder traumatische Einflüsse, nicht periodische, sporadische Zuwachsgrenzen aufweisen. Diese rechtfertigen jedoch nicht die Angabe des Merkmalszustandes "Zuwachszonengrenzen deutlich erkennbar"

#12. Übergang vom Frühholz zum Spätholz <innerhalb einer Zuwachszone, nur Nadelhölzer>/

1. abrupt/

2. gleitend/

— Dieses Merkmal kann nur für Nadelhölzer angewendet werden. Der Übergang zwischen hellem Frühholz und dunklem Spätholz innerhalb einer Zuwachszone kann kontinuierlich (gleitend) oder abrupt (scharf) sein.

KOMMENTAR

Bei den Kiefernarten aus der Gruppe der Soft Pines, wie z.B. Strobe (Pinus strobus) und Zirbelkiefer (Pinus cembra) sowie bei Fichten und Tannen (Picea spp., Abies spp., Pinaceae), ist der Übergang in der Regel gleitend. Einen scharfen Übergang kann man bei Lärche (Larix spp.) und Douglasie (Pseudotsuga menziesii) sowie bei den Kiefern aus der Gruppe der Hard Pines (Pinus spp., Sektion taeda) beobachten (CORE et al. 1979).

ACHTUNG

Dieses Merkmal besitzt einen eingeschränkten diagnostischen Wert, da der Charakter einer Zuwachszone sehr stark von den jeweiligen Wuchsbedingungen beeinflusst wird. Bei sehr engringigem Holz aus Naturwäldern oder sehr weitringigem Holz aus Plantagen sollte das Merkmal nicht verwendet werden.

#13. <Zuwachszonen: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare, z.B. Struktur- und/oder reine Farbwechsel, etc.:>/

#14. Kernholz <Grundfarbe>/

1. braun <oder bräunlich>/

2. rot <oder rötlich>/

3. gelb <oder gelblich>/

4. hell <weiß bis grau>/

5. schwarz/

6. violett/

7. grün/

— Die Farbe des Kernholzes von frisch gefälltem Holz unterscheidet sich von der des trockenen Holzes und kann sich wiederum bei trockenem Holz mit der Zeit durch Lichteinwirkung ändern. Daher sollte die Farbe am besten an einer frisch gehobelten, tangentialen Oberfläche eines zumindest luftgetrockneten Holzstückes bestimmt werden. Die vielen Variationen von Farben, Schattierungen und Kombinationen von Kernholzfärbungen machen es unmöglich, alle getrennt aufzuführen. Meist ist die Kernholz-Grundfarbe entweder braun, rot, gelb oder hellfarbig (fast weiß bis hellgrau). Daneben liegen vielfach Nuancen bzw. Kombinationen dieser Farben vor. Kernholz mit braun als Grundton ist sehr verbreitet. Hellfarbige (fast weiß oder hellgrau) Hölzer treten ebenfalls häufig auf; rot und gelb sind eher selten.

Bei einigen Arten kann das Kernholz Kombinationen verschiedener Farbtöne aufweisen. Bei einem Identifizierungsversuch sollten in diesem Fall alle zur Kombination beitragenden Farben erfasst werden. Viele Nadelhölzer haben einen gelblich-braunen Kern, der rötlich bis orange-braun nachdunkelt. Der Splint ist in der Regel gelblich-weiß. Es gibt auch Nadelhölzer, die keinen Farbkern bilden, d.h. wo Splint- und Kernholz nicht oder kaum unterscheidbar sind, wie z.B. bei Fichte (Picea abies) und Hemlock (Tsuga spp.) aus der Familie der Pinaceae.

Typische Farbkombinationen bei den Laubhölzern sind z.B. hell- bis mittelbraun wie bei Eiche (Quercus spp.), hell rosabraun bei Buche (Fagus sylvatica) aus der Familie der Fagaceae, rotbraun bei Khaya (Khaya spp.) und Echtes Mahagoni (Swietenia spp., beide Meliaceae), gelb bei Ramin (Gonystylus bancanus, Gonystylaceae), annähernd weiß bei Eschen (Fraxinus spp., Oleaceae).

Seltene Farbtöne wie schwarz, grün, orange oder violett können einzeln registriert werden wie z.B. für Ebenholz (Diospyros ebenum, Ebenaceae) mit einem tiefschwarzen und Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae) mit einem dunkelgrünen Kernholz. In der Regel kommen sie jedoch in Kombination mit anderen Kernholz-Farbtönen zur Anwendung. Kombinationen von braun, rot, violett, schwarz und orange sowie mit Farbstreifen sind bei vielen Palisanderarten (Dalbergia spp., Fabaceae-Faboideae) relativ häufig.

ACHTUNG

Bei sehr hellen Holzproben (weißlich bis grau) ist äußerste Vorsicht geboten, da ein solches Holzstück Splintholz und kein Kernholz sein kann.

#15. Kernholz <Vorkommen von Farbstreifen>/

1. mit Farbstreifen/

2. ohne Farbstreifen /

— Das Merkmal Kernholz mit Farbstreifen wird immer in Verbindung mit der Kernholzfarbe verwendet. Orange-braune Farbstreifen hat z.B. das Nadelholz Brasilkiefer (Araucaria angustifolia, Araucariaceae). Dunkelbraune Streifen bei hellbrauner Grundfarbe tritt z.B. bei dem Laubholz Zebrano (Microberlinia brazzavillensis spp., Caesalpiniaceae) auf. Violette Streifen hat z.B. das Königsholz (Dalbergia cearensis, Fabaceae).

#16. Splintholz <farbliche Unterschiede zum Kernholz>/

1. entspricht farblich dem Kernholz/

2. farblich deutlich vom Kernholz abgesetzt/

— Das Kernholz vieler Hölzer hebt sich infolge farbiger Einlagerungen vom äußeren Splintholzmantel ab, z.B. bei Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae), Alerce (Fitzroya cupressoides, Cupressaceae) und Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae). Die Grenze verläuft mehr oder weniger entlang der Jahrringgrenzen (WAGENFÜHR 1996). Bei dem durchgehend gelblichen Holz von Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae) dagegen gibt es keine farblich abgehobene Grenze zwischen Kernholz und Splintholz..

KOMMENTAR

Splintholz ist durch das Vorkommen lebender, physiologisch aktiver Holzzellen gekennzeichnet und hat Wasserleit- und Speicherfunktion. Erst mit dem Altern wird das Splintholz in Kernholz umgewandelt. Grundvorgang dieser sogenannten Verkernung ist das Absterben der lebenden Speicherzellen einschließlich der Auflösung ihrer Stärkedepots. Bei der Verkernung wird auch die Atmungsaktivität der Zellen eingestellt, und es erfolgt ein Aufbau von Kernholzsubstanzen, die oft, basierend auf ihren chemischen Eigenschaften und ihrer Verteilung im Holzgewebe, zu dauerhaftem Holz führen. Mit der Funktionsenthebung von wasserführenden Tracheiden (Nadelholz) und Gefäßen (=Poren) (Laubholz) wird die Wasserleitfläche im Stammquerschnitt reguliert. Das Kernholz enthält in der Regel keine lebenden Zellen mehr. Bei den Nadelhölzern werden die Hoftüpfel verschlossen und zusätzlich in der Regel mit Kernstoffen versehen. Bei vielen Laubhölzern geht die Verkernung mit der Bildung von Thyllen einher, z.B. bei Robinie (Robinie pseudoacacia, Fabaceae-Faboideae) und Weißeiche (Quercus spp., Fagaceae), schwächer bei Roteiche (Quercus spp., Fagaceae).

ACHTUNG

Dieses Merkmal kann bei der Bestimmung nur dann Anwendung finden, wenn sowohl Kern- als auch Splintholz vorliegen (z.B. eines vollständigen Stammquerschnittes).

#17. <Oberflächentextur und Farbe des Holzes: Zusätzliche Beobachtungen und Kommentare>/

#18. Geruch des Holzes/

1. ausgeprägt/

2. nicht ausgeprägt oder fehlend /

— Ein charakteristischer Geruch kann ein sehr nützliches Merkmal bei der Holzartenbestimmung sein, z.B. für viele Palisanderarten und Cedro (Cedrela odorata spp., Meliaceae). Auch bei der Unterscheidung der Nadelhölzer, z.B. Douglasie (Pseudotsuga menziesii, Pinaceae) von Lärche (Larix spp., Pinaceae), ist der charakteristisch säuerliche Geruch von Douglasie ein sehr nützliches Merkmal. Andere Nadelhölzer mit intensivem Geruch sind z.B. Western Red Cedar (Thuja plicata), Florida Cedar (Juniperus virginiana) aus der Familie der Cupressaceae und die echten Zedern (Cedrus spp., Pinaceae).

Häufig verflüchtigen sich die für den Geruch verantwortlichen chemischen Stoffe mit der Zeit. Es müssen dann Maßnahmen ergriffen werden, um den Geruch aufzufrischen, z.B. die Oberfläche neu anschneiden, anhauchen, um die Feuchtigkeit zu erhöhen, oder das Holz mit Wasser befeuchten und wärmen.

KOMMENTAR

Der Geruch des Holzes rührt von flüchtigen Holzinhaltsstoffen, insbesondere Bestandteilen der ätherischen Öle her, die zum Teil industriell gewonnen und zu Riechstoffen verarbeitet werden. Verschiedene subtropische und tropische Laubhölzer besitzen - im Gegensatz zu den heimischen Arten - einen ausgeprägten Geruch. Der angenehme Geruch mancher Hölzer ist teilweise mitbestimmend für deren Verwendungszweck, z.B. als Zigarrenkistenholz (Cedro = Cedrela spp.) und Bossé = Guarea cedrata), beide Meliaceae), für Schmuck- und Ziergegenstände (z.B. Rosenholz = Dalbergia spp., Fabaceae-Faboideae; Sandelholz = Santalum spp., Santalaceae). Einige Duftstoffe üben eine abstoßende Wirkung auf Motten und andere Insekten aus, z.B. die des Kampferbaumes (Cinnamomum camphora, Lauraceae) und aller Wacholderarten (Juniperus spp., Cupressaceae), weshalb deren Holz früher gern für Wäschetruhen und -schränke verwendet wurde.

ACHTUNG

Der Geruch eines Holzes ist sehr variabel, und das persönliche Geruchsempfinden ist häufig unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb sollte dieses Merkmal bei einem Identifizierungsversuch sehr vorsichtig und nur im eindeutig positiven Fall verwendet werden.

Der Geschmack des Holzes wurde aus Gründen der Sicherheit nicht in dieser Merkmalsliste berücksichtigt, da zumindest die Gefahr besteht, dass bei sensiblen Personen durch bestimmte Holzinhaltsstoffe allergische Reaktionen ausgelöst werden können.

#19. Holz <Gewicht>/

1. leicht und weich/

2. von mittlerem Gewicht/

3. schwer und hart/

— Das Gewicht des Holzes kann nur durch Messen und Wiegen (Rohdichte in g/cm³) ausreichend genau bestimmt werden. Da dies z.B. bei Halbfertig- und Fertigprodukten nicht zerstörungsfrei möglich ist, bleibt in der Regel nur die Schätzung des Gewichts über die Härte des Holzes mit Hilfe der (Daumen-)Nagelprobe.

Holz weich bzw. leicht = Der Daumennagel dringt leicht in das Holz ein und hinterlässt eine deutliche Spur, z.B. bei dem Nadelholz Alerce (Fitzroya cupressoides, Cupressaceae) und dem Laubholz Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae).

Holz mittelhart bzw. mittelschwer = Der Daumenagel dringt nur wenig in die Holzoberfläche ein und hinterlässt noch sichtbare Spuren, z.B. bei Ramin (Gonystylus spp., Thymelaeaceae) und bei dem Echten Mahagoni (Swietenia spp., Meliaceae).

Holz hart bzw. schwer = Der Daumennagel hinterlässt auf der Holzoberfläche kaum Spuren, z.B. bei Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae).

KOMMENTAR

Die hier verwendeten Kategorien 'leicht', 'mittelschwer' und 'schwer' entsprechen in etwa folgenden Rohdichtebereichen:

leicht (weich) = bis 0.40 g/cm³

mittelschwer (mittelhart) = 0.41 bis 0.75 g/cm³

schwer (hart) = über 0.75 g/cm³

#20. Oberfläche <ob fettig>/

1. fettig/

2. nicht fettig /

— Fette und fette Öle sind in unterschiedlicher Menge in vielen Hölzern enthalten und können als Merkmal bei der makroskopischen Bestimmung hilfreich sein. Bei einigen Arten kann auch ein hoher Kautschukgehalt im Holz dazu führen, dass sich die Oberflächen wachsig anfühlen, z.B. Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae) und bei Teak (Tectona grandis, Verbenaceae).

KOMMENTAR

Manche Bäume speichern als Reservestoffe außer Stärke, Zucker usw. auch Fette und Öle in den Speicherzellen des Splintholzes. Besonders reich an Fetten und fetten Ölen sind von den heimischen Arten Linde (Tilia spp., Tiliaceae), Birke (Betula spp., Betulaceae) und Kiefer (Pinus spp., Pinaceae). Wenn man mit dem Handballen unter kräftigem Druck auf der Oberfläche von fett- oder kautschukhaltigen Hölzern reibt, fühlen sie sich richtig klebrig an - ein zugegebenermaßen sekundäres Merkmal, das jedoch bei einer Holzbestimmung durchaus nützlich sein kann.

#21. Wechseldrehwuchs <ob vorhanden, nur bei Laubhölzern>/

1. vorhanden/

2. nicht vorhanden <gerader Faserverlauf>/

— Ein deutlich wechseldrehwüchsiger Faserverlauf (Wechseldrehwuchs) tritt in der Regel nur bei Laubhölzern und überwiegend nur bei Tropenhölzern auf. Bei Nadelhölzer kommt Wechseldrehwuchs nicht vor, jedoch zeigt die praktische Erfahrung, dass es auch zu dieser Regel gelegentliche Ausnahmen gibt.

Wechseldrehwuchs entsteht durch einen periodischen, tangentialen Neigungswechsel der sonst parallel zur Stammachse verlaufenden Hauptzellrichtung. In den aufeinanderfolgenden Mantelzonen liegt ein periodisch von rechts nach links und von links nach rechts wechselnder Faserverlauf vor. Während er auf Hirn- und Tangentialflächen kaum bemerkbar ist, entsteht auf radialen Seitenflächen ein vom Neigungswinkel und von der Breite der Zonen abhängiges Streifenbild ("Streifer". Der Eindruck des Streifenbildes wird durch entsprechende Oberflächenbehandlungen meist noch verstärkt ("angefeuert"). Obwohl häufig als Farbstreifigkeit ausgelegt, ist es die ungleiche Lichtreflektion, die dieses Changieren verursacht (GOTTWALD 1958). Wechseldrehwuchs lässt sich am besten an radial gespaltenem Holz erkennen: Die Spaltline folgt einem typischen Zickzackkurz, auf den Spaltflächen entsteht eine auffällige Berg- und Talstruktur (siehe Graphiken unter diesem Merkmal). Auf gehobelten Radialflächen ist der Wechseldrehwuchs an der von Zone zu Zone wechselnden Länge der Porenrillen zu erkennen (lang, wenn die Schnittebene weitgehend parallel zur Faser verläuft im Wechsel mit kurz, wenn sie die Faser in einem Winkel schneidet). Ein sehr enger Wechseldrehwuchs lässt sich z.B. bei Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae) beobachten, ein sehr regelmäßiger bei afrikanischen Mahagoni-Hölzern (z.B. Sapeli = Entandrophragma cylindricum), Tiama = Entandrophragma angolense, Sipo = Entandrophragma utile, Khaya Mahagoni = Khaya spp.) aus der Familie der Familie der Meliaceae.

#22. <Faserverlauf: zusätzliche Beobachtungen und Kommentare:>/

Laubholz oder Nadelholz

#23. Gefäße (Poren) <ob vorhanden = Laub- oder Nadelholz>/

1. vorhanden (= Laubholz)/

2. nicht vorhanden (= Nadelholz)/

— Gefäße (= Poren) sind ein besonderes Charakteristikum der Laubhölzer. Nadelhölzer besitzen keine Gefäße, sondern sind nur aus Tracheiden und Parenchym (=Speichergewebe) aufgebaut. Die Gefäße erreichen von allen Zellarten den größten Durchmesser. Ihre Weite ist bei vielen Holzarten so groß, dass einzelne Gefäße mit bloßem Auge als Poren auf dem Querschnitt erkennbar sind, z.B. im Frühholz von Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae). Mittelgroße Gefäße können mit dem bloßen Auge gerade noch, kleine Gefäße dagegen nur mit einer Lupe erkannt werden. Auf Seitenflächen sind die großen Gefäße als Porenrillen sichtbar.

KOMMENTAR

Die Gefäße übernehmen bei den Laubhölzern die Leitungsfunktion. Bei den Nadelhölzern, denen Gefäße fehlen, wird die Wasserleitfunktion von den Tracheiden des Frühholzes übernommen. Die Leitungsfunktion der Spätholztracheiden ist durch deren Dickwandigkeit eingeschränkt. Diese übernehmen hauptsächlich Festigungsfunktionen, tragen aber in gewissem Maße auch zur Leitung von Wasser und Nährstoffen bei.

VORSICHT

Auf die Verwechslungsmöglichkeit von sehr kleinen Gefäßen bei Laubhölzern, mit großlumigen Tracheiden der Nadelhölzer wird hingewiesen. Gleiches gilt auch für Nadelhölzer mit häufigen, großen Harzkanälen. Letztere können mit Gefäßen (= Poren) von Laubhölzern verwechselt werden.

Gefäße (Poren)

#24. Holz <Porenverteilung, ringporig vs zerstreutporig>/

1. ringporig/

2. halbringporig/

3. zerstreutporig/

— Die Laubholzarten lassen sich je nach Verteilung und Größe der Gefäße (=Poren) auf dem Querschnitt in ring-, halbring- und zerstreutporig unterteilen.

In ringporigem Holz sind die Frühholzgefäße deutlich größer als die Spätholzgefäße derselben und der vorherigen Zuwachszone und bilden einen deutlich erkennbaren Porenring. Innerhalb einer Zuwachszone vollzieht sich der Übergang zum Spätholz abrupt, z.B. Eiche (Quercus spp., Fagaceae), Esche (Fraxinus spp., Oleaceae), Ulme (Ulmus spp., Ulmaceae). Auf tangentialen Seitenflächen ist dieses Merkmal abgewandelt als Porenflader, auf radialen Seitenflächen als Porenstreifen erkennbar.

In halbringporigem Holz sind die Gefäße (=Poren) des Frühholzes deutlich größer als diejenigen des Spätholzes der vorherigen Zuwachszone; innerhalb einer Zuwachszone vollzieht sich der Übergang zu den engeren Spätholzgefäßen jedoch allmählich, z.B. Nussbaum (Juglans regia und J. nigra, Juglandaceae) und Kirschbaum (Prunus avium und P. serotina, Rosaceae). Holz ist weiterhin halbringporig, wenn die dicht stehenden Gefäße (=Poren) des Frühholzes einen deutlich sichtbaren Ring bilden, jedoch nicht wesentlich größer sind als die Spätholzgefäße derselben und der vorherigen Zuwachszone.

In zerstreutporigem Holz sind die Gefäße (=Poren) im Frühholz und Spätholz einer Zuwachszone annähernd gleich groß, z.B. Echtes Mahagoni (Swietenia spp., Meliaceae) und Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae). Bei diesem Verteilungstyp zeigen die Seitenflächen ohne Rücksicht auf die Schnittrichtung die gleiche Porosität. Charakteristische Porenfladern oder Porenstreifen kommen nicht vor. Die überwiegende Zahl tropischer Hölzer sowie eine große Zahl der Hölzer aus gemäßigten Zonen sind zerstreutporig.

KOMMENTAR

Die drei Verteilungsmuster der Gefäße (=Poren) können fließend ineinander übergehen. Das Merkmal wird unabhängig von der Gefäß(=Poren)anordnung erfasst. Ein Holz mit einer speziellen Gefäßanordnung, z.B. mit einer typisch diagonalen Anordnung, kann daher ebenso zerstreutporig sein, wie ein Holz mit Gefäßen ohne spezielle Anordnung.

In einigen, eher zerstreutporigen Hölzern der gemäßigten Zone, z.B. Buche (Fagus spp., Fagaceae), können die zuletzt ausgebildeten Gefäße des Spätholzes beträchtlich kleiner sein als die Gefäße des Frühholzes der nächsten Zuwachszone, wobei der Gefäßdurchmesser innerhalb einer Zuwachszone jedoch mehr oder weniger gleich ist.

ACHTUNG

Langsam gewachsenes ringporiges Holz besitzt schmale Zuwachszonen und daher wenig Spätholz; die sehr eng stehenden Frühholzzonen dürfen nicht mit tangentialen Porenbändern verwechselt werden, bzw. darf ein solches Holz nicht als zerstreutporig interpretiert werden.

#25. Frühholzporenring <einreihig vs mehrreihig>/

1. einreihig/

2. mehrreihig/

— Weitere charakteristische Merkmale des Frühholzporenringes eines ringporigen Holzes können wertvolle Hinweise für die Holzartenbestimmung liefern. Mit dem Merkmal "Frühholzporenring einreihig" und "Frühholzporenring mehrreihig" können bestimmte Hölzer, z.B. Teak (Tectona grandis, Verbenaceae) oder Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae) oder auch Arten innerhalb einer Gattung ausgewiesen werden, z.B. bei den amerikanischen Ulmen (Ulmus spp., Ulmaceae).

#26. Gefäße (Poren) <Anordnung, bei ringporgen Hölzern nur im Spätholz>/

1. ohne spezifische Anordnung /

2. in tangentialen Bändern/

3. in radialen Reihen/

4. in diagonalen Reihen/

5. in schräg-radialen Porenfeldern (dendritisch)/

— Ohne spezifische Anordnung: Gleichmäßig zerstreute Anordnung der Poren und/oder Porengruppen über den Querschnitt. Die meisten Laubhölzer haben Poren ohne spezifische Anordnung.

In tangentialen Bändern: Die Gefäße (=Poren) bilden mehr oder weniger lange, gerade oder gewellte Bänder, die im rechten Winkel zu den Holzstrahlen verlaufen, z.B. Ulme (Ulmus spp., Ulmaceae) und Sen (Kalopanax pictus, Araliaceae).

Radial angeordnet: Mehrere Gefäße (=Poren) stehen eng zusammen in radialen (parallel zu den Holzstrahlen) Feldern, die oft durch gefäßarme bzw. gefäßlose Zonen voneinander getrennt sind, z.B. Sapotaceae (Chrysophyllum spp. und andere) oder die Spätholzporengruppen bei Rot- und Weißeichen (Quercus spp., Fagaceae). Bei einer radialen Porenanordnung zeigen tangentiale Längsflächen ein homogenes Bild der Porenrillenverteilung, radiale dagegen flächig aneinander liegende Gruppen von Porenrillen.

Diagonal angeordnet: Die Porenfelder stehen in einem Winkel (etwa zwischen 35 und 55 Grad) zu den Holzstrahlen. Eine diagonale Anordnung ist häufig begleitet von einem periodischen Richtungswechsel der Porenfelder, von links nach rechts und dann wieder umgekehrt ("Fischgrätmuster"). Hölzer mit einer diagonalen Porenanordnung sind z.B. viele Eukalyptus-Arten (Eucalyptus spp., Myrtaceae).

In schräg-radialen Porenfeldern: Kompakte Gefäßfelder bilden ein stark verästeltes Muster mit dazwischenliegenden gefäßlosen Zonen, z.B. die Spätholzporen bei Weißeichen (z.B. Quercus petraea, Fagaceae).

VORGEHENSWEISE

Die Gefäß(=Poren)anordnung wird bei schwacher Vergrößerung im Querschnitt bestimmt und nur bei ausgeprägtem Vorhandensein erfasst. Bei ringporigen Hölzern wird nur das Spätholz berücksichtigt, nicht dagegen das Frühholz.

KOMMENTAR

Die Merkmalszustände sind häufig miteinander kombiniert. Diagonale und dendritische Gefäßanordnung gehen oft ineinander über, z.B. im Spätholz der ringporigen Weißeichen (Quercus spp., Fagaceae). In einem solchen Fall sollten alle beteiligten Merkmalszustände kodiert werden.

Die Ausprägung der Gefäßanordnung hängt von der Zuwachszonenbreite ab. Bei ringporigen Hölzern mit sehr schmalen Zuwachszonen sind spezifische Gefäßanordnungen im Spätholz oft nicht deutlich erkennbar.

#27. Gefäße (Poren) <solitär vs gruppiert>/

1. ausschließlich solitär <über 90%>/

2. gruppiert <gemischt solitär und gruppiert oder ausschließlich gruppiert>/

— Der Zustand "Gefäße (=Poren) solitär" ist nur dann gegeben, wenn 90% der Gefäße oder mehr vollständig von anderen Holzelementen umgeben sind und nicht in Kontakt mit anderen Gefäßen (=Poren) stehen, z.B. viele Eukalyptus-Arten (Eucalyptus spp., Myrtaceae). Bei ringporigen Holzarten werden nur die Frühholzporen berücksichtigt. Solitäre Frühholzporen haben z.B. Weiß- und Roteichen (Quercus spp., Fagaceae).

Der Zustand "Gefäße (=Poren) gruppiert" beinhaltet eine Mischung von solitären (<90%) und gruppierten Gefäßen oder ausschließlich in Gruppen stehende Gefäße.

ACHTUNG

Solitäre Poren als solche zu erkennen, ist dann sehr schwierig, wenn sie in Feldern sehr nahe beieinander liegen (getrennt nur durch wenige Reihen anderer Zellen), z.B. bei vielen Eukalyptusarten (Eucalyptus spp., Myrtaceae).

#28. Porengruppen meist in <Gruppierung>/

1. kurzen (2–3 Zellen) radialen Reihen/

2. radialen Reihen von 4 oder mehr Gefäßen/

3. Nestern/

— In radialen Reihen: mehrere Gefäße (=Poren) haben Kontakt miteinander und stehen in radialen Reihen, wobei die einzelnen Gefäße an den Berührungsflächen abgeflacht sind.

In Nestern: 3 oder mehr Gefäße liegen in unregelmäßigen Gruppen zusammen. Die Gefäße haben radial und tangential Kontakt zueinander, z.B. im Spätholz von Robinie (Robinia pseudoacacia, Fabaceae).

"Kurze (2–3 Zellen) radiale Reihen" in Kombination mit einer variablen Anzahl solitärer Gefäße ist die häufigste Form der Gruppierung von Gefäßen, z.B. Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae).

KOMMENTAR

Die Optionen "in radialen Reihen von 4 oder mehr", z.B. bei Donella pruniformis (Sapotaceae), und "in Nestern" sollten nur dann kodiert werden, wenn sie bei der Betrachtung des Querschnittes bestimmend für die Gefäßgruppierung sind. Beide Merkmale können auch in Kombination vorkommen.

In Hölzern mit tangential angeordneten Gefäßen sind diese häufig auch in Nestern gruppiert.

#29. <Qualitative Merkmale der Gefäße (Poren): zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

#30. Gefäße (Poren) <Durchschnitt (tangentialer Durchmesser), Größenklassen>/

1. klein <mit dem bloßen Auge nicht erkennbar = unter 80µm>/

2. mittel <mit bloßem Auge gerade noch erkennbar = 80 bis 130µm>/

3. groß <mit bloßem Auge gut erkennbar = über 130µm>/

— Zur Ermittlung der Gefäß(=Poren)größenklassen müssen Querschnitte ausgewertet werden. Bei der Auswahl der zu betrachtenden Gefäße muss sorgfälig darauf geachtet werden, keine Größengruppe zu bevorzugen. Bei ringporigen Holzarten werden nur die größeren Gefäße betrachtet. Bei halbringporigem Holz sollten Gefäße entlang einer radial durch die Zuwachszone bzw. einen Jahrring verlaufenden Strecke betrachtet werden.

KOMMENTAR

Kleine Gefäße (= Poren) sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, man benötigt dafür eine Lupe.

Mittelgroße Gefäße (= Poren) sind mit bloßem Auge gerade noch erkennbar.

Große Gefäße (= Poren) sind mit bloßem Auge gut erkennbar.

#31. Gefäße (Poren) <Anzahl je mm², Klassen>/

1. sehr wenige <unter 5 je mm²>/

2. wenige <5–20 je mm²>/

3. mäßig zahlreich <20–40 je mm²>/

4. zahlreich <40–100 je mm²>/

5. sehr zahlreich <über 100 je mm²>/

— VORGEHENSWEISE

Es werden alle Einzelgefäße(= Poren) gezählt, d.h. radiale Gruppen oder Nester werden nicht als 1 Gefäß erfasst (WHEELER 1986). Die Bestimmung der Gefäß(= Poren)anzahl sollte für mindestens 5 (besser 10) Flächen erfolgen, deren Größe von Gefäß(= Poren)durchmesser und -verteilung abhängig ist. Bei kleinen Gefäßen kann die Fläche 1 mm² oder weniger betragen; bei großen, weit gestreuten Gefäßen sollte die Fläche mindestens 5 mm² groß sein. Von den nur partiell im Gesichtfeld erscheinenden Gefäßen werden nur 50% gezählt. Bei einer sehr geringen Gefäß(= Poren)dichte müssen mindestens 100 Gefäße gezählt werden, um die lokalen Variationen zu berücksichtigen. Es besteht prinzipiell die Möglichkeit, sich eines transparenten Zählrahmens zu bedienen, der über die auszuwertende Fläche gelegt wird.

Es empfiehlt sich, eine Spanne einzugeben, z.B. 18 – 28/mm².

ACHTUNG

Bei ringporigen Hölzern sowie bei solchen, bei denen die Gefäße in speziellen Mustern angeordnet sind, z.B. in schräg-radialen Porenfeldern wie bei Weißeiche (Quercus spp., Fagaceae) oder tangentiale Bänder bei Ulme (Ulmus spp., Ulmaceae), wird die Anzahl der Gefäße pro mm² nicht ermittelt.

#32. <Quantitative Gefäß (Poren-)merkmale: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

#33. Thyllen <ob vorhanden, nur in Kernholzgefäßen>/

1. vorhanden/

2. nicht vorhanden/

— Das Vorhandensein von Thyllen ist ein hilfreiches Merkmal zur Holzartenbestimmung. Bei ringporigen Hölzern sind Thyllen bevorzugt in Frühholzporen zu suchen, da sie in kleinen Spätholzporen häufig nicht erkennbar sind.

ACHTUNG: Verwenden Sie dieses Merkmal nur für Kernholz!

VORGEHENSWEISE

Durch eine besonders starke Entwicklung von Thyllen wird ein Glitzern der Oberfläche des Porenquerschnittes hervorgerufen. Ursache ist eine Lichtreflektion an ihren facettenartigen Wänden (GOTTWALD 1958). Aber auch auf den Seitenflächen in den Porenrillen kann das Vorhandensein von Thyllen beobachtet werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass gehobelte und nicht geschliffene Oberflächen ausgewertet werden, da Schleifstaub die Porenrillen ausfüllen kann und somit die Erkennung von Thyllen erschwert. Die Menge der Thyllen ist sehr variabel; es können alle Gefäße (=Poren) mit Thyllen ausgefüllt sein oder nur wenige.

KOMMENTAR

Hölzer mit Thyllen sind in der Datenbank als "vorhanden" UND "nicht vorhanden" kodiert. Auf diese Weise verliert das Merkmal zwar seine diagnostische Wertigkeit, jedoch werden mögliche Kandidaten aus der Liste der übrigen Taxa nicht eliminiert, wenn ein zu indentifizierendes unbekanntes Holz nur Splintholz ist und deshalb vom Nutzer als (Thyllen) "nicht vorhanden" kodiert wird.

KOMMENTAR

Thyllen sind Auswüchse von einer angrenzenden Holzstrahl- oder Axialparenchymzelle über die Tüpfel in die Gefäße. Die Gefäße werden dadurch teilweise oder vollständig blockiert. Die Bildung von Thyllen ist eine Begleiterscheinung der Verkernung. Sie fehlen im äußeren Splintholz.

#34. Andere Inhalte <als Thyllen> in Kernholzgefäßen)/

1. vorhanden/

2. nicht vorhanden/

— Andere Inhalte sind in der Regel organische, sehr selten anorganische Substanzen, die im Verlauf der Verkernung gebildet werden und verschieden farbig sein können (weiß, gelb, rot, braun, schwarz).

ACHTUNG: Verwenden Sie dieses Merkmal nur für Kernholz!

KOMMENTAR

Im Querschnitt scheinen sie die Gefäße (=Poren) ganz auszufüllen, in Längsschnitten liegen sie dagegen oft nur am Ende der Gefäßelemente. Ihr Vorkommen kann aber auch so kompakt sein, dass eine vollständige Ausfüllung über weite Strecken der Porenrillen erfolgen kann, z.B. bei Bongossi (Lophira alata, Ochnaceae). Mit Hilfe einer Lupe können Inhaltsstoffe oft gut erkannt werden, vorwiegend auf Längsflächen in den Porenrillen.

Die jeweilige(n) Farbe(n) sollten als Kommentar dokumentiert werden.

KOMMENTAR

Hölzer mit Kernstoffen sind in der Datenbank als "vorhanden" UND "nicht vorhanden" kodiert. Auf diese Weise verliert das Merkmal zwar seine diagnostische Wertigkeit, jedoch werden mögliche Kandidaten aus der Liste der übrigen Taxa nicht eliminiert, wenn ein zu indentifizierendes unbekanntes Holz nur Splintholz ist und deshalb vom Nutzer als (Kernstoffe) "nicht vorhanden" kodiert wird.

#35. <Thyllen und andere Gefäß (Poren-)inhalte im Kernholz: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare, z.B. Menge, Farbe>/

Axialparenchym (Speichergewebe)

#36. Axialparenchym <ob erkennbar>/

1. vorhanden <mit bloßem Auge oder Lupe erkennbar>/

2. nicht sichtbar/

— Das Axialparenchym (=Speichergewebe) verläuft parallel zur Stammachse und dient vorwiegend zur Speicherung bzw. Leitung von Nährstoffen. Es lässt sich aufgrund der meist helleren Farbe (Gewebe aus dünnwandigen Zellen, stärkere Reflexion des Lichtes) und des dadurch bedingten Farbkontrastes gut von den dunkleren Fasern (Gewebe aus meist dickwandigen Zellen, geringe Reflexion des Lichtes) unterscheiden. Zur Ermittlung einer speziellen Anordnung des Parenchyms müssen Querschnitte ausgewertet werden. Axialparenchym kommt in jeder Holzart vor, ist aber nicht immer mit bloßem Auge oder einer Lupe zu erkennen, wie z.B. bei Khaya Mahagoni (Khaya spp., Meliaceae). Der diagnostische Wert des Axialparenchyms ergibt sich aus den im Querschnitt erkennbaren band- oder feldartig ausgebildeten Formen bzw. Mustern, die in einem Holz einzeln oder in Kombination vorkommen können und im folgenden kurz beschrieben sind:

Bänder

Parenchymbänder sind makroskopisch als tangential verlaufende, kontinuierliche Linien zu erkennen. Hinsichtlich Verlauf, Breite, Häufigkeit und der Muster mit den senkrecht zu den Bändern verlaufenden Holzstrahlen gibt es eine große Variationsbreite (siehe Erklärungen zu den folgenden Merkmalen).

Felder

Parenchymfelder oder -scheiden sind mit den Poren (Gefäßen) assoziiert ("paratracheal"). Um die Poren herum bilden sie charakteristische Formen wie z.B. vasizentrisch (ringförmig), aliform (augenförmig), unilateral (einseitig die Poren umschließend, wie eine Kappe). Wenn mehrere solcher Felder miteinander verbunden sind (von Pore zu Pore), spricht man von konfluent (zusammenfließend). Siehe dazu die Erklärungen zu dem entsprechenden Merkmal (andere Formen von Axialparenchym).

Diffus und diffus-zoniert

Von diffusem oder diffus zoniertem Axialparenchym spricht man, wenn einzelne Stränge (im Querschnitt Zellen) oder kleinere Einheiten zerstreut über den ganzen Querschnitt verteilt sind. Diffuses Parenchym ist makroskopisch meist nicht zu erkennen und deshalb auch nicht in der Merkmalsliste aufgeführt. Zu diffus zoniertem Parenchym siehe Erkärungen in dem entsprechenden Merkmal (andere Formen von Axialparenchym).

KOMMENTAR

Bei der Identifizierung eines unbekannten Holzes sollte grundsätzlich die am deutlichsten ausgeprägte Parenchymanordnung zuerst erfasst werden, dann die weniger deutlich ausgeprägten Anordnungen. Eine hinreichend große Querschnittsfläche sollte für die Bestimmung der dominierenden Parenchymanordnung herangezogen werden. Eine Vielzahl von Kombinationen der Verteilungstypen können in einem Holz ausgebildet sein.

#37. Axialparenchym <ob gebändert>/

1. gebändert/

2. nicht gebändert/

— Dieses Merkmal sollte nur dann kodiert werden, wenn die Parenchym(=Speichergewebe)bänder das Holzbild deutlich prägen. Dieses Merkmal wird unabhängig von der sonstigen Anordnung des Axialparenchyms kodiert. Die Bänder sind in der Regel kontinuierlich und können gewellt oder gerade verlaufen. Mitunter sind sie auch unterbrochen und gehen in konfluentes Parenchym über.

Bei gebändertem Parenchym kommt es auf Tangentialflächen zu einer regelmäßig (gerade verlaufende Bänder), oder auch zackig ausgebildeter (wellige Bänder) Fladerung.

#38. Parenchymbänder <ob marginal>/

1. ausschließlich marginal (oder scheinbar marginal)/

2. nicht (nur) marginal/

— Marginale Parenchym(=Speichergewebe)bänder markieren die Zuwachszonengrenzen. Sie werden entweder zu Beginn (initiale Bäder) oder am Ende (terminale Bänder) einer Wachstumsperiode gebildet. Marginale Bänder erscheinen in relativ regelmäßigen Abständen und sind in der Regel sehr geradlinig und kontinuierlich. In manchen Hölzern bilden sie das einzige makroskopisch sichtbare Axialparenchym, z.B. Echtes Mahagoni (Swietenia spp., Meliaceae), in anderen treten sie zusammen mit anderen Formen von Axialparenchym auf, z.B. mit aliformem (augenförmigem) Parenchym bei Afzelia (Afzelia spp., Caesalpiniaceae), kürzeren wellenförmigen Bändchen bei Sipo (Entandrophragma utile, Meliaceae), vielen feineren Bändern bei Kasah/Koto (Pterygota spp., Sterculiaceae). Die Breite der marginalen Bänder ist variabel. Sehr breite Bänder finden sich oft bei ringporigen und halbringporigen Hölzern, wo das marginale Band den Frühholzporenring mit einschließt, z.B. bei Teak (Tectona grandis, Verbenaceae) und Cedro (Cedrela odorata, Meliaceae). Sehr schmal sind die marginalen Parenchymbänder bei vielen zerstreutporigen Hölzern wie z.B. Andiroba (Carapa guianensis, Meliaceae).

Scheinbar marginale Parenchymbänder gleichen in ihrem Erscheinungsbild den marginalen Bändern, stellen aber keine Zuwachszonenbegrenzungen dar, z.B. die mit axialen Harzkanälen vergesellschafteten Parenchymbänder von Red Meranti (Shorea spp., Untergattung rubroshorea) und Yellow Balau (Bangkirai) (Shorea spp., Untergattung shorea) aus der Familie der Dipterocarpaceae.

Nicht marginale Bänder erscheinen meist in großer Zahl und dichter Folge (auch zwischen marginalen Bändern) und sind häufig weniger geradlinig und kontinuierlich als marginale Bänder, z.B. Hevea (Hevea brasiliensis, Euphorbiaceae), und Bongossi (Lophira alata, Ochnaceae).

#39. Parenchymbänder <Breite>/

1. schmal/

2. breit/

— Parenchym(=Speichergewebe)bänder schmal, bis zu drei Zellen breit, z.B. Andiroba (Carapa guianensis, Meliaceae.

Parenchymbänder mehr als drei Zellen breit, z.B. Kosipo (Entandrophragma candollei, Meliaceae).

KOMMENTAR

Als Anhaltspunkt für die Zuordnung kann gelten, dass mehr als drei Zellen breite Bänder gewöhnlich mit bloßem Auge sichtbar sind.

#40. Parenchymbänder <Muster mit Holzstrahlen>/

1. ein netzartiges Muster bildend mit Holzstrahlen <gleicher Breite>/

2. ein leiterartiges Muster bildend <mit breiteren Holzstrahlen>/

3. deutlich breiter als Holzstrahlen/

— Die Parenchym(=Speichergewebe)bänder bilden mit den Holzstrahlen ein netzartiges Muster, wenn sie kontinuierlich tangential verlaufen, ungefähr dieselbe Breite wie die Holzstrahlen besitzen und regelmäßige Zwischenräume aufweisen, z.B. Hevea (Hevea brasiliensis, Euphorbiaceae). Der Abstand der Holzstrahlen zueinander ist in diesem Fall ungefähr derselbe wie der zwischen den einzelnen Parenchymbändern.

Die Bänder bilden mit den Holzstrahlen ein leiterartiges Muster, wenn sie relativ regelmäßig horizontal oder bogenförmig angeordnet und deutlich schmaler als die Holzstrahlen sind, z.B. Pachypodanthium staudtii (Annonaceae). Der Abstand der Holzstrahlen zueinander ist generell Fall größer als der Abstand zwischen den einzelnen Parenchymbändern.

Die Parenchymbänder können deutlich breiter sein als die Holzstrahlen, z.B. Bongossi (Lophira alata, Ochnaceae) und Wengé (Millettia laurentii, Fabaceae-Faboideae).

#41. <Parenchymbänder: zusätzliche Beobachtungen und Kommentare, z.B. Farbkontrast, etc.:>/

#42. Andere makroskopisch sichtbare Formen von Axialparenchym: <außer Bändern>/

1. diffus-zoniert/

2. vasizentrisch <paratracheal>/

3. aliform <paratracheal>/

4. konfluent/

5. keine/

— Axialparenchym (=Speichergewebe) diffus-zoniert: Axialparenchymzellen in kurzen tangentialen Linien zwischen den Holzstrahlen, z.B. gut erkennbar bei Nussbaum (Juglans regia, Juglandaceae) und Durian (Durio spp., Sterculiaceae); farblich nur schwach abgesetzt bei Abachi (Triplochiton scleroxylon, Sterculiaceae). Auf Längsflächen ist dieser Verteilungstyp in der Regel nicht erkennbar.

Axialparenchym vasizentrisch: eine durch Axialparenchymzellen gebildete, vollständige runde bis ovale Scheide um ein Gefäß (= Pore) oder eine Gefäß(=Poren)gruppe, z.B. Tiama (Entandrophragma angolense, Meliaceae).

Axialparenchym aliform (augenförmig): Axialparenchym, das ein Gefäß (= Pore) ganz oder einseitig mit seitlicher Ausdehnung umgibt (Untertypen im folgenden Merkmal), z.B. Afzelia (Afzelia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae.

Axialparenchym konfluent: von Gefäß zu Gefäß zusammenfließendes vasizentrisch oder aliform ausgebildetes Parenchym, das unregelmäßige tangentiale oder diagonal verlaufende Bänder oder Bandstücke bildet, z.B. Iroko (Milicia excelsa, Moraceae).

Auf Längsflächen erscheint das vasizentrische, aliforme und konfluente Parenchym als meist hell gefärbter, leicht glänzender Saum beiderseits der Porenrillen.

KOMMENTAR

Die verschiedenen Parenchymanordnungen können in einer Holzart auch in Kombination auftreten. Einige Hölzer besitzen vasizentrisches, aliformes und konfluentes Parenchym.

Konfluentes Axialparenchym kann in gebändertes Parenchym übergehen und in Kombination mit dem Merkmal "Breite der Parenchymbänder" kodiert werden, z.B. bei Wengé (Millettia laurentii, Papilionaceae).

#43. Aliformes Axialparenchym <Formen>/

1. rautenförmig/

2. geflügelt/

— Axialparenchym (=Speichergewebe) aliform-rautenförmig: Axialparenchym, das die Gefäße (=Poren) ganz oder teilweise in Scheiden mit seitlicher Ausweitung umgibt, mit rautenförmigem Umriss, z.B. Afzelia (Afzelia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae).

Axialparenchym aliform-geflügelt: Axialparenchym, das die Gefäße ganz oder teilweise in Scheiden mit feinen, tangential mehr oder weniger ausgedehnten Flügeln umgibt, z.B. Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae).

#44. <Axialparenchym (Speichergewebe): zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

Holzstrahlen (Markstrahlen)

#45. Holzstrahlen <Breite am Querschnitt>/

1. schmal/

2. breit (auch in Kombination mit schmalen)/

— Holzstrahlen kommen in allen handelsüblichen Nadel- und Laubhölzern vor, wobei Größe und Häufigkeit jedoch von Holzart zu Holzart stark variieren können. Die Breite der Holzstrahlen stellt ein wichtiges Bestimmungsmerkmal dar. Zur Ermittlung ihrer Breite werden Querschnitte ausgewertet.

Holzstrahlen schmal: Die Holzstrahlen sind mit dem bloßen Auge nicht oder gerade noch sichtbar. Alle Nadelhölzer sind durch schmale, besonders feine Holzstrahlen gekennzeichnet, die makroskopisch kaum erkennbar sind. Aber auch für die meisten Laubhölzer sind schmale Holzstrahlen charakteristisch, z.B. Echtes Mahagoni (Swietenia macrophylla) und Sapeli (Entandrophragma cylindricum) aus der Familie der Meliaceae und Hevea (Hevea brasiliensis, Euphorbiaceae).

Holzstrahlen breit (auch in Kombination mit schmalen): Die großen Holzstrahlen sind mit dem bloßen Auge deutlich sichtbar, etwa 0,5 mm breit oder breiter, z.B. bei Rot- und Weißeiche (Quercus spp., Fagaceae) und Buche (Fagus sylvatica, Fagaceae). Auch "zusammengesetzte" Holzstrahlen zählen zu den breiten Holzstrahlen, da sie makroskopisch wie ein einzelner, großer Holzstrahl erscheinen. Tatsächlich handelt es sich bei zusammengesetzten (falschen) Holzstrahlen um mehrere einzelne Holzstrahlen, die eng nebeneinander stehen. Die einzelnen Holzstrahlen sind jedoch durch axiale Elemente voneinander getrennt, z.B. bei Erle (Alnus spp., Betulaceae) und Hainbuche (Carpinus betulus, Betulaceae).

Kommen Holzstrahlen in zwei deutlich verschiedenen Größen in einer Holzart vor, wird die breitere Kategorie erfasst, z.B. Eiche (Quercus spp., Fagaceae).

#46. Holzstrahlen <Vorkommen in 2 deutlich verschiedenen Größen>/

1. in 2 deutlich verschiedenen Größen/

2. von einheitlicher Größe /

— Holzstrahlen in zwei deutlich verschiedenen Größen: Im Tangentialschnitt sind die Holzstrahlen hinsichtlich ihrer Breite und normalerweise auch Höhe in zwei deutlich verschiedene Klassen einteilbar, z.B. Weiß- und Roteiche (Quercus spp., Fagaceae) und Erle (Alnus spp, Betulaceae).

KOMMENTAR

Da zusammengesetzte Holzstrahlen makroskopisch wie ein einzelner, breiter Holzstrahl erscheinen, werden sie bei einem Identifizierungsversuch als "breit" codiert. Somit ist auch bei Holzarten, die zusammengesetzte Holzstrahlen aufweisen, die Ausbildung der Holzstrahlen in zwei deutlich verschiedenen Größen möglich. Tatsächlich handelt es sich bei zusammengesetzten (falschen) Holzstrahlen um mehrere einzelne Holzstrahlen, die eng nebeneinander stehen. Die einzelnen Holzstrahlen sind jedoch durch axiale Elemente voneinander getrennt, z.B. viele Arten von Erle (Alnus spp., Betulaceae) und Hainbuche (Carpinus betulus, Betulaceae).

ACHTUNG

Ob Holzstrahlen in zwei deutlich verschiedenen Größen vorhanden sind, kann im Tangentialschnitt und im Querschnitt bestimmt werden. Bei einer Betrachtung des Querschnittes können allerdings unter Umständen die langen, einreihigen Enden von mehrreihigen Holzstrahlen fälschlicherweise als schmale Holzstrahlen interpretiert werden.

#47. Große Holzstrahlen <Höhe auf tangentialen Oberflächen>/

1. überwiegend unter 1mm hoch/

2. überwiegend zwischen 1mm und 5mm hoch/

3. teilweise deutlich über 5mm und bis zu einigen cm hoch/

— Die Höhe der Holzstrahlen wird am Tangentialschnitt ermittelt. Die Tangentialflächen lassen bei genügender Größe der Holzstrahlen deren schmalen, spindelförmigen Querschnitte erkennen.

Holzstrahlen bis 1 mm hoch ist unter den Handelshölzern am häufigsten vertreten.

Holzstrahlen zwischen 1 mm und 5 mm hoch, z.B. bei Buche (Fagus sylvatica, Fagaceae) und Platane (Platanus spp., Platanaceae).

Holzstrahlen über 5 mm (bis zu einigen cm) hoch, z.B. bei Eichen (Quercus spp., Fagaceae). In diese Kategorie fallen auch die meist sehr breiten und hohen zusammengesetzten Holzstrahlen, da sie makroskopisch wie ein einzelner, hoher Holzstrahl erscheinen, z.B. bei Erle (Alnus spp., Betulaceae), Hainbuche (Carpinus betulus, Betulaceae), Haselnuss (Corylus spp., Corylaceae). Tatsächlich handelt es sich bei zusammengesetzten (falschen) Holzstrahlen um mehrere einzelne Holzstrahlen, die eng nebeneinander stehen, jedoch durch axiale Elemente voneinander getrennt sind.

KOMMENTAR

Bei genügender Größe der Holzstrahlen lassen die Radialschnitte den bandförmigen Charakter als matt glänzende Spiegel erkennen. Letzteres wird auf Bruchflächen besser sichtbar als auf Schnittflächen, da schon geringe Krümmungen des Holzstrahls genügen, um ihn aus der Schnittebene verschwinden zu lassen, so dass häufig nur ein typisches Schuppenbild entsteht.

#48. <Holzstrahlen, zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

Stockwerkbau

#49. Stockwerkbau <Vorkommen>/

1. vorhanden/

2. nicht vorhanden /

— Das Vorkommen stockwerkartiger Strukturen muss auf Tangentialflächen bestimmt werden, nicht auf Radialflächen! Die Tangentialflächen lassen bei genügender Größe der Holzstrahlen deren schmal spindelförmigen Querschnitte erkennen. Sind die Holzstrahlen im Tangentialschnitt in horizontalen Reihen angeordnet, wird diese Anordnung als Stockwerkbau bezeichnet, z.B. bei Pockholz (Guaiacum spp., Zygophyllaceae) und Echtes Mahagoni (Swietenia spp., Meliaceae). Der Stockwerkbau der Holzstrahlen ist bei schwacher Vergrößerung bzw. mit der Lupe als feine horizontale Streifen oder Wellenlinien auf der Tangentialfläche zu erkennen.

KOMMENTAR

Es können auch andere Gewebe als die Holzstrahlen stockwerkartig angeordnet sein. Bei manchen Hölzern sind alle Gewebe stockwerkartig angeordnet, bei anderen nur einzelne Gewebe (z.B. das Axialparenchym) oder Kombinationen einzelner Gewebe (z.B. Gefäße, Fasern und Axialparenchym, nicht aber die Holzstrahlen). Aufgrund der schlechten makroskopischen Trennbarkeit einzelner Gewebe wird aber nur der Stockwerkbau der Holzstrahlen in die Merkmalsliste aufgenommen.

ACHTUNG

Innerhalb einzelner Arten und sogar Holzmuster besteht hinsichtlich des Stockwerkbaus eine große Variabilität. Zum Beispiel kann man bei Holz des echten Mahagoni (Swietenia spp., Meliaceae) oder des Sapeli (Entandrophragma cylindricum, Meliaceae) Muster mit einem sehr regelmäßigen, mit einem unregelmäßigen wie auch ganz ohne Stockwerkbau beobachten. Deshalb sollte dieses Merkmal immer nur im positiven Sinn verwendet werden.

#50. Stockwerke <Anordnung>/

1. regelmäßig (horizontal oder leicht schräg)/

2. unregelmäßig/

— Die Anordnung der Stockwerke wird als unregelmäßig bezeichnet, wenn die Holzstrahlen und bzw. oder axialen Elemente nicht horizontal oder leicht schräg geschichtet sind, sondern wellenförmig, oder wenn Stockwerkbau nur stellenweise vorhanden ist, z.B. Sapeli (Entandrophragma cylindricum, Meliaceae).

#51. Anzahl <der Stockwerke je mm axial>/

je mm axial/

— KOMMENTAR

Besonders in der Familie der Fabaceae, von denen viele Taxa stockwerkartig angeordnete Holzstrahlen besitzen, ist die Anzahl der Stockwerke pro mm hilfreich, um Gattungen und Arten zu unterscheiden.

Es wird empfohlen, eine Spanne anzugeben, z.B. 4–7 Stockwerke je mm.

#52. <Stockwerkbau: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

Harzkanäle

#53. Normale Harzkanäle <Vorkommen>/

1. vorhanden/

2. nicht vorhanden /

— Zur Beurteilung, ob Harzkanäle vorhanden sind, müssen Querschnitte ausgewertet werden. Aber auch auf Längsflächen können Harzkanäle aufgrund ihrer farbigen Inhalte und bei entsprechender Größe als feine Linien beobachtet werden. Mitunter weisen auch dunkle Flecken auf der Holzoberfläche (Ausfluss von Harz) auf das Vorhandensein von Harzkanälen hin, wenn diese selbst aufgrund geringer Größe und Häufigkeit zunächst nicht ins Auge fallen.

KOMMENTAR

Ein Harzkanal ist ein röhrenförmiger von harzbildenden Zellen umgebener Kanal, der meist mit Harz oder Gummi gefüllt ist. In der Erscheinung im Querschnitt ähnelt der Harzkanal den Gefäßen; häufig dienen die hellen und dunklen Einlagerungen als Differenzierungsmerkmal. Da dem Harzkanal als Hohlraum die eigene Zellwand fehlt, ist seine Umrandung nicht so gleichmäßig, wie etwa bei den Gefäßen. Auch dies kann als Differenzierungsmerkmal dienen, zumal wenn Einlagerungen nicht erkennbar sind, z.B. Tchitola (Pterygopodium oxyphyllum, Caesalpiniceae). Harzkanäle können axial (in Längsrichtung) oder radial (innerhalb eines Holzstrahls) verlaufen, sind miteinander vernetzt und bilden dadurch ein zusammenhängendes dreidimensionales System. Synonyme sind: Interzellularkanal oder Gummikanal. Die makroskopisch deutlichen Harzkanäle sind überwiegend faserparallel, seltener in Verbindung mit Holzstrahlen angelegt. Harzkanäle können in Nadel- und Laubhölzern vorkommen. Bei den Nadelhölzern kommen Harzkanäle bei Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Fichte (Picea spp.), Lärche (Larix spp.) und allen Kiefernhölzern (Pinus spp., alle Pinaceae) vor. Von den im Handel üblichen Laubhölzern besitzen z.B. Meranti (Shorea spp., Untergattung rubroshorea) und Balau (Shorea spp., Untergattung shorea) aus der Familie der Dipterocarpaceae makroskopisch erkennbare Harzkanäle.

ACHTUNG

Einige Hölzer, die keine regulären harzbildenden Gewebe haben, können traumatische Harzkanäle bilden, z.B. Tanne (Abies spp.), Zeder (Cedrus spp., beide Pinaceae), Amerikanischer Kirschbaum (Prunus serotina, Rosaceae) und Marupá (Simarouba amara, Simaroubaceae). Traumatische Harzkanäle werden als Reaktion auf äußere Einflüsse wie extreme Temperaturen, Konkurrenzdruck, Verletzung oder Krankheit gebildet. Die einzelnen Harzkanäle sind in der Regel groß und liegen eng in tangentialen Gruppen oder Bändern, müssen jedoch naturgemäß innerhalb einer Art nicht immer ausgebildet sein.

#54. Normale Harzkanäle <Anordnung>/

1. in langen tangentialen Bändern/

2. in kurzen tangentialen Bändchen/

3. verstreut angeordnet/

— Zur Ermittlung der Anordnung von Harzkanälen müssen Querschnitte ausgewertet werden.

Von langen tangentialen Bändern wird gesprochen, wenn mehr als fünf Harzkanäle in einer Reihe liegen, z.B. Dark Red Meranti (Shorea spp., Untergattung rubroshorea, Dipterocarpaceae). Von kurzen tangentialen Bändern wird gesprochen, wenn zwei bis fünf Kanäle in einer Reihe liegen, z.B. Keruing (Dipterocarpus spp., Dipterocarpaceae). Synonym: konzentrische axiale Kanäle.

Verstreut angeordnet: verstreut verteilte, einzelne Kanäle, z.B. Tchitola (Pterygopodium oxyphyllum, Fabaceae-Caesalpinioideae).

In ein und demselben Holz können auch Kombinationen dieser Merkmale vorkommen.

#55. Normale Harzkanäle <Größe>/

1. groß/

2. klein/

— Bei Nadelhölzern kann die Größe der axialen Kanäle hilfreich für die Artunterscheidung sein, z.B. wenn der Durchmesser der Kanäle kleiner als 100 µm oder größer als 100 µm ist, z.B. in soft pines (Pinus spp., section strobus), southern pines (Pinus spp., section taeda), radiata pine (Pinus radiata); kleiner als 100 µm sind die Harzkanäle z.B. bei Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Lärche (Larix spp.) und Fichte (Picea spp.). Als Orientierungshilfe kann gelten, dass Harzkanäle, deren Durchmesser größer als 100 µm sind, mit bloßem Auge erkennbar sind, während die kleinen bei den dunkleren Hölzern (Douglasie, Lärche) nur schwer erkennbar sind.

Auch auf Seitenflächen können große axiale Harzkanäle als feine Linien, kleine dagegen nicht beobachtet werden (es sei denn, sie sind durch austretendes Harz kenntlich gemacht).

#56. <Harzkanäle: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

Eingeschlossenes Phloem

#57. Eingeschlossenes Phloem <Vorkommen>/

1. vorhanden/

2. nicht vorhanden /

— Das Vorhandensein von eingeschlossenem "Phloem" (wissenschaftliche Bezeichnung für Rindengewebe) ist ein sehr wichtiges Erkennungsmerkmal. Es kommt nur sehr selten vor und reduziert bei der Holzartenbestimmung die Zahl der möglichen Hölzer erheblich. Die im folgenden Merkmal aufgeführten Anordnungen (Merkmalszustände) basieren auf ihrem makroskopischen Erscheinungsbild auf dem Querschnitt des Holzes.

Unter den derzeit CITES-geschützten Hölzern besitzt nur eines (Adlerholz = Aquilaria spp., Thymelaeaceae) ein eingeschlossenes Phloem. Obwohl es kein weit verbreitetes Handelsholz ist, wurde es in die gegenwärtige Version der Datenbank aufgenommen.

#58. Eingeschlossenes Phloem <Anordnung>/

1. konzentrisch angeordnet/

2. zerstreut angeordnet/

— Die Anordnung des eingeschlossenen Phloems wird als konzentrisch bezeichnet, wenn das eingeschlossene Phloem in tangentialen Bändern alternierend mit Zonen von Xylem vorliegt, z.B. Avicennia spp. (Avicenniaceae).

Die Anordnung des eingeschlossenen Phloems wird als zerstreut bezeichnet, wenn die Phloemstränge als verstreut liegende Inseln vorliegen, umgeben von Holzgewebe, z.B. Strychnos nux-vomica (Loganiaceae).

KOMMENTAR

Eingeschlossenes Phloem vom konzentrischen Typ geht oft in eingeschlossenes Phloem vom zerstreutem Typ über, z.B. bei Hölzern der Gattungen Aquilaria und Gyrinops (Thymelaeaceae), wo oval gestreckte Phloeminseln in losen tangentialen Bändern angeordnet sind. Im Zweifelsfall sollten daher beide Merkmalszustände angegeben werden. In Arten mit konzentrischem Phloem können die Phloembänder verzweigen und ineinander übergehen.

#59. <Eingeschlossenes Phloem: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

Physikalische und chemische Tests

#60. Kernholz <Fluoreszenz>/

1. fluoreszierend/

2. nicht fluoreszierend/

— Kernholz fluoreszierend: nach langwelliger UV-Bestrahlung auftretende Fluoreszenz des Kernholzes, z.B. starke gelbliche oder grünliche Fluoreszenz bei Afzelia (Afzelia pachyloba, Fabaceae-Caesalpinioideae) und Robinie (Robinia pseudoacacia, Fabaceae-Faboideae); mit leicht orangener Fluoreszenz bei Bilinga (Nauclea diderrichii, Rubiaceae).

VORGEHENSWEISE

Holzproben für den Fluoreszenztest müssen eine frisch bearbeitete Oberfläche haben. Es genügt, mit einem Messer etwas Holz abzuschaben. Die Holzprobe wird langwelligem UV-Licht (365 nm) in einem Abstand von weniger als 10 cm ausgesetzt und die Fluoreszenz in einem abgedunkelten Raum beobachtet.

KOMMENTAR

Fluoreszierende Proben erscheinen unter der UV-Lampe meistens gelblich bis grünlich, obgleich einige Arten eine Spur von Orange oder Violett aufweisen.

Nicht fluoreszierende Holzproben können das UV-Licht reflektieren und dann schwach blau bis violett erscheinen, z.B. doussié rouge (Afzelia bipindensis, Fabaceae-Caesalpinioideae). Einige Proben mit gelblichem Kernholz wie z.B. Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae) sind nicht fluoreszierend; die scheinbar schwache gelbe Fluoreszenz ist auf Reflektion des UV-Lichtes zurückzuführen. Siehe MILLER (2007) und AVELLA et al. (1989) für eine Übersicht fluoreszierender Dikotyledonen.

ACHTUNG

Dieses Merkmal gilt nur für natürliche Fluoreszenz und nicht für Fluoreszenz, die im Zusammenhang mit Zerfall oder pathologischen Infektionen auftritt. Derart befallenes Holz kann fluoreszierende Streifen, Flecken oder Sprenkel zeigen; so erzeugt z.B. der Nasskern von Pappel (Populus spp., Salicaceae) gelblich fluoreszierende Streifen. Natürlich vorkommende Fluoreszenz erscheint dagegen meist gleichmäßig.

#61. Wässriger Extrakt <Fluoreszenz>/

1. fluoreszierend/

2. nicht fluoreszierend/

— VORGEHENSWEISE

Der Boden eines Reagenzglases wird mit möglichst feinen Spänen bedeckt. Das Gefäß wird etwa 20 mm hoch mit destilliertem Wasser gefüllt und der Inhalt auf einen pH Wert von 6,86 eingestellt (entsprechende Pufferlösungen sind bei den meisten Chemikalienhandlungen zu beziehen; der Inhalt eines Päckchens wird zu 500 oder 1000 ml destillierten Wassers gegeben, um den erwünschten pH-Wert zu erhalten). Das Gefäß wird abgedeckt und 10 bis 15 Sekunden kräftig geschüttelt, schließlich nach 1 bis 2 Minuten Ruhe langwelligem UV-Licht (ca. 365 nm) ausgesetzt. Fluoreszierende Extrakte erscheinen meist bläulich oder grünlich.

KOMMENTAR

Ein Beispiel für eine Holzart, die einen deutlichen hell blau-violetten wässrigen Extrakt besitzt, ist Bilinga (Nauclea diderrichii, Rubiaceae) und Satiné (Brosimum rubescens, Moraceae). Beispiele mit schwächerer, jedoch immer noch positiver Fluoreszenz des wässrigen Extrakts sind: Ahorn (Acer spp., Aceraceae), Nussbaum (Juglans spp., Juglandaceae) und Robinie (Robinia pseudoacacia, Fabaceae-Faboideae).

#62. Farbe des wässrigen Extraktes/

1. farblos bis bräunlich/

2. rot <oder rötlich>/

3. gelb <oder gelblich>/

4. violett/

5. grün/

— VORGEHENSWEISE

Nach der Fluoreszenzbestimmung wird der Inhalt des Gefäßes (Raspelspäne in Wasser) bis zum Siedepunkt. Nach kurzem Aufkochen wird die Farbe sofort bestimmt.

KOMMENTAR

Am häufigsten ist ein farbloser bis bräunlicher Wasserextrakt (Option 1).

Einen roten oder rötlichen wässrigen Extrakt (Option 2) besitzt z.B. Bubinga (Guibourtia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae).

Einen gelben oder gelblichen wässrigen Extrakt (Option 3) besitzen z.B. Erle (Alnus glutinosa, Betulaceae), Framiré (Terminalia ivorensis, Combretaceae) und Robinie (Robinia pseudoacacia, Fabaceae-Faboideae).

#63. Kernstoffe <ob in Wasser auswaschbar>/

1. auswaschbar in Kontakt mit Wasser/

2. nicht auswaschbar in Kontakt mit Wasser /

— Kernstoffe auswaschbar in Kontakt mit Wasser: Dieses Merkmal wurde aus praktischen Erwägungen aufgenommen, d.h. um die Suche in der Datenbank nach solchen Hölzern zu ermöglichen, deren Kernstoffe durch laufendes Wasser leicht auswaschbar sind.

VORGEHENSWEISE

Tränken Sie ein möglichst helles, saugfähiges Papier (z.B. Filterpapier, Tempotaschentuch, Papierhandtuch) mit Wasser und legen Sie ein frisch bearbeitetes Holzmuster (Quer- oder Längsfläche) auf die nasse Unterlage. Nehmen Sie das Muster nach etwa 10 min wieder herunter und beurteilen Sie die Einfärbung der Unterlage nach Farbe und Intensität der Verschmutzung. Typische Hölzer mit wasserlöslichen, d.h. auswaschbaren Inhaltsstoffen sind z.B. Framiré (Terminalia ivorensis, Combretaceae - intensiv gelb), Merbau (Intsia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae - intensiv schmutzig braun) und Yellow Balau / Bangkirai (Shorea spp., subg. shorea, Dipterocarpaceae - von gelb bis braun, je nach botanischer Art).

#64. Alkoholextrakt <Fluoreszenz>/

1. fluoreszierend/

2. nicht fluoreszierend/

— VORGEHENSWEISE

Der Boden eines Reagenzglases wird mit möglichst feinen Spänen bedeckt. Das Gefäß wird etwa 20 mm hoch mit 95%igem Alkohol gefüllt und dann 10 bis 15 Sekunden kräftig geschüttelt und nach 1 bis 2 Minuten Ruhe langwelligem UV-Licht (ca. 365 nm) ausgesetzt. Fluoreszierende Extrakte erscheinen meist bläulich oder grünlich.

KOMMENTAR

Einen sehr hell fluoreszierenden Ethanolextrakt besitzt z.B. Bilinga (Nauclea diderrichii, Rubiaceae) und Satiné (Brosimum rubescens, Moraceae). Deutlich schwächer, aber noch positiv, fluoresziert der Ethanolextrakt z.B. von Bongossi (Lophira alata, Ochnaceae).

In manchen Hölzern fluoresziert der wässrige Extrakt, nicht dagegen der Ethanolaxtrakt. Häufiger jedoch fluoresziert der Ethanolextrakt, der wässrige dagegen nicht, wie z.B. bei Afzelia (Afzelia quanzensis, Fabaceae-Caesalpinioideae).

#65. Farbe des Alkoholextraktes/

1. farblos bis braun <oder bräunlich>/

2. rot <oder rötlich>/

3. gelb <oder gelblich>/

4. violett/

5. grün/

— VORGEHENSWEISE

Nach der Fluoreszenzbestimmung wird der Inhalt (Späne in Alkohol) bis zum Siedepunkt des Extraktes erhitzt. Nach kurzem Aufkochen wird die Farbe sofort bestimmt.

KOMMENTAR

Am häufigsten ist ein farbloser bis bräunlicher Ethanolextrakt (Untermerkmal 1).

Einen roten oder rötlichen Ethanolextrakt (Option 2) besitzt z.B. Afzelia (Afzelia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae).

Einen gelben oder gelblichen Ethanolextrakt (Option 3) besitzen z.B. Ahorn (Acer spp, Aceraceae) und Birnbaum (Pyrus communis, Rosaceae).

Weitere Informationen über Fluoreszenz und Farbe von wässrigen und alkoholischen Extrakten finden sich bei DYER (1988) und QUIRK (1983).

#66. <Farbe und Fluoreszenz der Extrakte: zusätzliche Beobachtungen oder Kommentare:>/

#67. Schaumtest/

1. positiv/

2. negativ /

— Der Schaumtest dient dem Nachweis von natürlichen Saponinen im Holz.

VORGEHENSWEISE

Genügend feine und flache Späne in ca. 20 mm x 70 mm großes Reagenzglas geben. Es sollten keine groben Späne oder Holzsplitter benutzt werden. Die Späne ca. 20 mm hoch (etwa 5 ml) mit destilliertem, pH-neutral (pH Wert 6,86) eingestelltem Wasser bedecken (entsprechend eingestelltes destilliertes Wasser kann man in jeder Apotheke bekommen).

Das Reagenzglas abdecken und für 10 bis 15 Sekunden kräftig schütteln. Bei der Anwesenheit natürlicher Saponine zeigt sich eine intensive Schaumbildung (ähnlich Bierschaum). Bleibt dieser Schaum noch eine Minute nach dem Schütteln erhalten, ist der Test positiv ausgefallen. Verschwindet der Schaum innerhalb einer Minute vollständig, ist der Test negativ ausgefallen. Schwach positiv ist der Test, wenn der Schaum rund um die Wand des Reagenzglases erhalten bleibt, aber nicht auf der ganzen Oberfläche.

KOMMENTAR

Eine positive Reaktion auf den Schaumtest erhält man z.B. bei Afzelia (Afzelia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae) und Khaya (Khaya spp., Meliaceae).

Eine schwach positive Reaktion (Schaumring) erhält man z.B. bei Buche (Fagus sylvatica, Fagaceae).

Weitere Information enthalten DYER (1988), QUIRK (1983), CASSENS & MILLER (1981).

#68. Splitter verbrennt <"burning splinter test">/

1. formbeständig zu Asche/

2. unter Formveränderung zu Asche/

3. zu Holzkohle/

— Splitter verbrennt formbeständig zu Asche: Die zurückbleibende Asche behält die Form des Originalsplitters mehr oder weniger bei.

Splitter verbrennt unter Formveränderung zu Asche: Die Form der zurückbleibenden Asche ist im Vergleich zum Originalsplitter kleiner und die Asche tendiert dazu, sich abzulösen. Wird sie zwischen den Fingern gerieben, fühlt sie sich sandig an.

Splitter verbrennt zu Holzkohle: Der Splitter verbrennt langsam und bzw. oder unter Schwierigkeiten zu einem schwarzen, verkohlten, meist aschefreiem Rest.

VORGEHENSWEISE

Von zumindest lufttrockenem, gesundem äußerem Kernholz werden streichholzgroße Splitter mit einem Streichholz angezündet (Feuerzeuge u.ä. wegen zu hoher Temperaturen vermeiden). Der Splitter wird während des Anzündens vertikal gehalten. Sobald er brennt, wird er horizontal gehalten und langsam gedreht.

Einige Hölzer brennen relativ leicht an, z.B. Balsa (Ochroma pyramidale, Bombacaceae), während andere sich nur sehr schwer entzünden, z.B Afzelia (Afzelia spp., Fabaceae-Caesalpinioideae). Wenn die Flamme zu erlöschen droht bevor der Splitter völlig abgebrannt ist, kann der Verbrennung nachgeholfen werden, indem der Splitter wieder in die Vertikale gedreht wird (dann zurück in die Horizontale).

Nach Erlöschen der Flamme ist es wichtig, den glühenden Teil des Splitters zu löschen, bevor die Rückstände auf eine kalte Unterlage gelegt werden.

KOMMENTAR

Einige Hölzer können helle Funken bilden, z.B. Limba (Terminalia superba, Combretaceae), während andere einen charakteristisch gefärbten Rauch produzieren, z.B. Ramin (Gonystylus spp., Gonystylaceae). Bei wiederum anderen treten während der Verbrennung farbige Substanzen aus. Alle diese Eigenheiten sollten als Kommentar festgehalten werden.

Als erste haben Dadswell und Burnell (1932) die Erscheinungsformen brennender Splitter klassifiziert. Abgesehen von der Benutzung im CSIRO Schlüssel hat Anonymus (1960) dieses Merkmal angewendet und vorgeschlagen, den Verbrennungstest nur zur Unterscheidung anatomisch eng verwandter Arten zu verwenden, ansonsten sei er von geringem diagnostischen Wert.

Mehr Information über den bisher nur in sehr begrenztem Rahmen verwendeten Verbrennungstest siehe MANN (1921), WELCH (1922), SWAIN (1927), DADSWELL u. BURNELL (1932) sowie MENNEGA (1948).

#69. Farbe der Asche <"burning splinter test">/

1. weiß bis grau/

2. leuchtend weiß/

3. gelblich-braun/

4. <nicht weiß, grau, gelb und braun, spezifizieren>/

KOMMENTAR

Bei einigen englischsprachigen Autoren wird der Begriff 'buff' verwendet, um die Farbe von hellem Leder zu beschreiben. Dies entspricht im deutschen 'gelblich-braun' (Untermerkmal 3).

#70. <Physikalisch-chemische Merkmale: zusätzliche Beobachtungen und Kommentare:>/

Weitere Informationen

#71. <Holzspezifische Normen und Merkblätter>/

KOMMENTAR

Es werden bibliographische Quellen, wie z.B. Merkblätter, zu dem jeweiligen Handelsholz zitiert, die für zusätzliche Informationen herangezogen werden können.

#72. <Dateinamen:>/

#73. <Illustrationen>/


Die Interaktive Identifikation erlaubt Zugang zu Merkmalsliste, Bildern, kompletten und Kurzbeschreibungen, diagnostischen Beschreibungen, Unterschieden und Ähnlichkeiten zwischen Taxa, Listen von Taxa mit bestimmten Attributen, Zusammenfassungen von Attributen innerhalb von Taxongruppen, geographische Verbreitung.

Zitieren Sie diese Veröffentlichung als: ‘Richter, H.G., Gembruch, K., and Koch, G. 2014 onwards. CITESwoodID: descriptions, illustrations, identification, and information retrieval. In English, French, German, and Spanish. Version: 16th May 2014. delta-intkey.com’.

Inhalt